Laupheim radelt für die Bürgerstiftung

Alle zusammen ein großes Rad gedreht (Artikel SZ vom 10.05.2004)

 

Zufriedene Gesichter bei den Organisatoren, Helfern und Teilnehmern: Die Aktion „Radeln für die Bürgerstiftung“ hat am Samstag Hunderte ins große Zelt am Laubach gelockt.

Von unserem Redakteur Roland Ray

Am Anfang war die Idee. Am Freitag, 13 Uhr, nimmt sie für jedermann sichtbar Gestalt an. Ein Transporter fährt in der Mittelstraße vor, Josef Kerler rückt mit der Jugendfeuerwehr an. Knappe Kommandos, geübte Griffe – in kaum zwei Stunden steht das 60-Meter-Zelt und beginnt sich zu füllen. Mit Spinning-Bikes. 42 Räder stellen die Fitness-Studios „Injoy“ und „F 1“ auf – kostenfrei. Für jedes Rad zahlen Sponsoren 250 Euro „Grundmiete“ an die Bürgerstiftung, viele haben zusätzlich einen Euro pro gefahrenen Kilometer ausgelobt. Diese Spenden soll die Bürgerschaft nun erstrampeln. Wer am Samstag aufs Bike will, muss kein Geld einbringen, sondern seiner Beine Kraft.

Die Laupheimer zögern nicht. Pünktlich um zehn sind die Räder besetzt, kreisen die Pedale, rotieren die Schwungscheiben. So wird das bleiben bis 18 Uhr. Ist ein Radler ermattet, steht die Ablösung parat. Ganze Mannschaften sind angetreten, Arbeitskollegen, Freunde und Familien (die Stumpfs bringen es auf 421 Kilometer). Jung und Alt steigen in den Sattel, lassen sich von den freundlichen Helfern der Fitness-Studios und des FV Olympia einweisen. Es sind Sportskanonen darunter wie Gerhard Enderle (30), der in 90 Minuten 65 Kilometer runterspult. Energiegeladene Sechziger wie Gottlieb Klaschka, der in Etappen – „so lange es der Hintern aushält“ – 123 Kilometer schafft. Und die 74-jährige Josefa Theresia Münch, die beim Einkaufen ins Zelt schaut und spontan beschließt mitzumachen.

„Unglaublich, welche Zuwendung für Laupheim und die Bürgerstiftung sich hier zeigt“, staunt der Stiftungsvorsitzende Dr. Friedrich Rentschler. Womit keineswegs nur die Radler gemeint sind. Ein Heer ehrenamtlicher Helfer hat den Aktionstag erst ermöglicht. Auch die Akteure des Rahmenprogramms tanzen und musizieren für den guten Zweck: Peter’s Schwabenmusikanten, zwei Ensembles der Musikschule Gregorianum, die Hochrad-Artistik-Gruppe Sulmetingen, die „Private Dancers“ der Stadtkapelle, die Breakdancer von „United Styles“ und die Rockgruppe „Slaters“ spannen einen weiten Bogen der Unterhaltung. „Fast wie beim Sechstagerennen“, raunt einer aus dem Publikum. Am Fahrrad-Codierstand der Polizei bildet sich eine Schlange, das DRK wacht über aller Wohlergehen. Drei Gastronomen tafeln auf und zweigen 50 Cent je Mahlzeit für die Bürgerstiftung ab. So schön kann Fund-Raising sein.

Am Nachmittag gehen die 500 vorgedruckten Starterkarten, die auch zur Teilnahme an der SZ-Verlosung „Ein Jahr Smart fahren“ berechtigen, zur Neige. Es wird nachkopiert. Lokalprominenz radelt mit: die Bürgermeisterin, die Pfarrer Hermann und Betzner, Ömer Dikmen vom Türkisch-Islamischen Kulturverein, die Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher, Franz Romer (CDU) und der SPD-Bundestagskollege Matthias Weisheit. Der ehemalige Radprofi Rolf Gölz schwingt sich locker aufs SZ-Bike. 35 000 Kilometer sei er früher im Jahr gefahren, erzählt er im Gespräch mit Moderator Marc Herrmann. Seit die Söhne radeln, ist er wieder häufiger unterwegs.

17.30 Uhr – Endspurt. Lautstark angefeuert kämpfen etliche Teams noch verbissen um Kilometer, um einen der von Toto-Lotto gestifteten Pokale zu erobern. Am Ende schweißüberströmte, aber glückliche Gesichter. „Eine super Veranstaltung“, lobt Gerhard Romer vom Fitness-Studio „Injoy“. „Jederzeit wieder“, sagt Jürgen Henninger von „F 1“. „Alle haben Generationen übergreifend mitgemacht“, resümiert Marc Herrmann. Und dabei gemeinsam ein großes Rad gedreht.

Bilder: Schwäbische Zeitung Laupheim www.schwaebische.de