Schlosspark Laupheim

Gemeinsam für unseren Schlosspark

 

Laupheim besitzt, wofür uns viele Städte beneiden, einen öffentlich zugänglichen Schlosspark, der bis an den Marktplatz reicht.

Heute stellt er sich für den Laien eher als Stadtwald, denn als Landschaftspark dar, was weder in der Intension von Kilian von Steiner war, noch vieler Laupheimer Bürger ist.

Die Aktion der Laupheimer Bürgerstiftung möchte zum einen wieder das Interesse an einem einmaligen Kulturgut wecken und zum anderen die Schönheit des Parks wieder herstellen ohne an dem historischen Konzept zu rütteln.

05.11.2011

 

70 Helfer bepflanzen den Schlosspark neu

Beim Bürgeraktionstag haben viele helfende Hände den Laupheimer Park hergerichtet

Schaufeln, Hacken und Rechen sind durch die Luft geschwungen, Schubkarren beladen und Gießkannen gefüllt worden: Anlässlich des Bürgeraktionstages zur Verschönerung des Schlossparks waren am Samstag rund 70 Helfer aus verschiedenen Vereinen und Organisationen zusammengekommen, um gemeinsam den Laupheimer Park neu zu bepflanzen und herzurichten.

In verschiedenen Pflanzentrupps, die von Mitarbeitern der Stadtgärtnerei geleitet wurden, machten sich die Freiwilligen an die Arbeit, um rund 500 neue Pflanzen zu setzten. Am Rosenhang unterhalb des Rosengartens wurden dabei unter anderem Rosen in 15 verschiedenen historischen Sorten gepflanzt. Eine Helfergruppe nahm sich mit Unterstützung des Fischervereins die verwilderten und zugewachsenen Weiher und Bachläufe vor.

„Es sind weitaus mehr Leute gekommen, als wir erwartet hatten", erzählte Bürgermeister Rainer Kapellen, der sich ebenfalls unter den Helfern befand. „Es ist mir ein persönliches Anliegen, die Chance zu haben, gemeinsam mit den Bürgern etwas Tolles herzurichten." Besonders freue er sich über den Kameradschaftsgeist und das Miteinander der Freiwilligen untereinander. „Es mach unheimlich Spaß."

Besonderes Augenmerk liegt bei der Bepflanzung auf den historischen Aspekten des Parks. Dieser wurde von der Denkmalschutzbehörde des Regierungspräsidiums Stuttgart nämlich zum Gartendenkmal erklärt, weshalb der Bürgeraktionstag, der ursprünglich am 7. Mai hätte stattfinden sollen, verschoben werden musste. Mithilfe des freien Garten- und Landschaftsarchitekten Hartmut Teske aus Berlin wurde daraufhin im Auftrag des Landesdenkmalamtes in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung ein Gutachten und Pflegewerk für die Rosenhanggestaltung erstellt. Um die historischen Aspekte herauszuarbeiten, musste Teske historische Fotografien, Dokumente und Pläne des Stadtarchivs analysieren und in Anlehnung an diese die Bepflanzung entwickeln.

Auch am Samstag war Hartmut Teske vor Ort, um bei der Bepflanzung zu helfen. „Es ist einfach großartig und erstaunlich", erklärte er. „Ich hab es noch nie gesehen, dass so viele eifrige Helfer zusammenkommen." Das Projekt bedeute ihm sehr viel, da es der erste landschaftliche Rosengarten sei, den er gestaltet habe. „Mit dem architektonischen Rosengarten oben am Kulturhaus und dem landschaftlichen Rosengarten im Schlosspark ist eine schöne Überleitung entstanden", sagte er.

Dieser Meinung ist auch Dr. Dorothea Laupheimer, die ebenfalls bei den Bepflanzungsarbeiten geholfen hat. „Es ist ein wichtiges Projekt, da der Park zum Kulturhaus gehört und das Schloss aufgewertet wird, indem man das historische Ambiente aufleben lässt", sagte sie. Sie freue sich über die Entwicklung Laupheims. Der Park sei die „kulturelle Mitte" und Renommee der Stadt. 

„Schlosspark-Soiree" am 28. April

Bei der Laupheimer Bürgerstiftung freut man sich, dass die 8750 Euro zweckgebundener Spenden, die man für die Bepflanzung des Rosenhangs schon gesammelt hat, nun eingesetzt werden können. „Der Schlosspark ist ein Juwel, das leider etwas verstaubt ist", sagte der Vorsitzende Hans Fleschhut. Er und der Stiftungsrats-Vorsitzende Michael Roosz kündigten für den 28. April nächsten Jahres eine „Soiree" zugunsten des Schlossparks an. „Ein Musikfest mit Kunst, Kultur und Natur" soll es werden, mit der Bürgerstiftung als Initiator, aber keinesfalls alleinigem Veranstalter: „Wir brauchen die Unterstützung der Stadt und vieler Laupheimer Vereine. Es soll ein Fest für alle Bürger werden."

Bürgermeister Rainer Kapellen freute sich über so viel Engagement, ebenso über die Ankündigung der von Fleschhut geführten Volksbank Laupheim, einen „wesentlichen finanziellen Beitrag für die Wiederherstellung des Pavillons" leisten zu wollen. Man mache dies gern, wenn auch nicht ganz ohne Eigennutz, räumte Fleschhut mit einem Augenzwinkern ein: „Wir wollen künftig von unserem Sitzungssaal in den Schlosspark sehen."

Auf dem Papier ist der Rosenhang bereits angelegt. Den Plan begutachteten gestern (von links) Michael Roosz, Hans Fleschhut, Erich Deinhardt, Bürgermeister Rainer Kapellen, Hartmut Teske und Petra Martin.

11.10.2011

 

Bepflanzung: Rosenhang erzählt Stadtgeschichte

Im zweiten Versuch scheint es zu klappen: Am 5. November soll bei einem Bürgeraktionstag der Rosenhang im Schlosspark bepflanzt werden. Der erste Anlauf am 7. Mai war an den Einwänden des Landesdenkmalamts gescheitert, das den gesamten Schlosspark zum Gartendenkmal erklärte.

Es gehe nicht darum, die Bemühungen der Laupheimer zu blockieren, vielmehr wolle man sie unterstützen, sagte damals Petra Martin von der Denkmalschutzbehörde des Regierungspräsidiums Stuttgart. Es seien historische Aspekte in das Vorhaben einzubeziehen. Gestern nun brachte sie den freien Garten- und Landschaftsarchitekten Hartmut Teske aus Berlin mit nach Laupheim. Er erstellte im Auftrag des Landesdenkmalamts und in enger Zusammenarbeit mit der Laupheimer Stadtverwaltung ein Gutachten für die Gestaltung des Rosenhangs und überreichte Bürgermeister Rainer Kapellen das umfangreiche Pflegewerk.

Man sei „intensiv in die Geschichte des Parks eingestiegen", der seinen Ursprung Ende des 19. Jahrhunderts habe, erklärte Teske. Viele für diese Zeit charakterische Elemente seien in historischen Dokumenten und Plänen enthalten, aber auch als Rudimente heute noch am Rosenhang ersichtlich. Etwa das Fundament des Pavillons. Ein solcher sei in jener Zeit aus einem Rosenhang nicht wegzudenken gewesen, der Laupheimer sei aus Birkenhölzern gefertigt gewesen und vermutlich in den 20er-Jahren erneuert worden. „Wir wollen ihn in einer solideren Form wiederherstellen", so Teske.

Bei seinen Nachforschungen stieß er auch auf einen zweiten Aussichtspunkt mit Sitzbänken, der einst einen Blick auf das Salzbüchsle, die Schlosstürme und den Rosenhang ermöglichte. Letzterer enthielt neben einer Vielzahl verschiedener Rosenpflanzen auch einen großen Anteil an immergrünen Pflanzen. Teske: „Vor einem dunklen Hintergrund waren die Rosen besser zu sehen."

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse soll nun am 5. November die Bepflanzung des Hangs erfolgen. „Fast 600 Pflanzen", so Ulrike Stöhr vom städtischen Umweltamt, werden gesetzt. Darunter etwa 90 historische Rosenstöcke „aus der Zeitspanne von 1890 bis 1915", so Teske, sowie verschiedene Laubbäume, chinesische Blauglockenbäume, Katalpen, Kleingehölze und viele immergrüne Pflanzen. Später sollen einmal gekieste Wege eine Verbindung zwischen Schlosspark, Rosenhang, Rosengarten und Pflegeheim schaffen. „Die Vorbereitungen laufen. Ich bin guter Dinge, dass wir bei guter Witterung mithilfe der Bürger am 5. November etwa zwei Drittel der Bepflanzung schaffen", sagte Stadtgärtner Erich Deinhardt. Hartmut Teske, der an dem Tag ebenfalls dabei sein wird, lobte den Einsatz der Stadt: „Die Hilfestellung, die wir bisher erhalten haben, ist beispielhaft."

13.11.2010

 

Laupheimer zeigen Herzblut für den Schlosspark

Ein Erfolg ist am Samstag der Aktionstag zur Verschönerung des Laupheimer Schlossparks gewesen. Rund 130 Bürger haben bei fast optimalem Wetter mitgeholfen, das Naturidyll inmitten der Stadt auf Vordermann zu bringen.

„Ich bin total überwältigt. Diese Aktion ist beispielhaft", sagte Bürgermeister Rainer Kapellen beim gemeinsamen Vesper nach dem rund vierstündigen Arbeitseinsatz, bei dem er auch selbst mit zugepackt hatte. Er habe viel gehört vom Herzblut, den die Laupheimer für ihren Schlosspark hätten, nun hätten sie auch ein sichtbares Zeichen gesetzt.

Rund 130 Helfer waren gekommen, um unter der fachkundigen Anleitung der Mitarbeiter des städtischen Bauhofs unterschiedliche Arbeiten zu erledigen. Besonders stark waren der Fischereiverein, der Sängerbund und der FV Olympia Laupheim mit jeweils rund zehn Freiwilligen vertreten. Die größte Gruppe stellte indes die Laupheimer Bundeswehrkaserne mit rund 50 Helfern.

Im Mittelpunkt stand der Hang unterhalb des Rosengartens, der von dichtem Gebüsch befreit werden musste. Stadtgärtner hatten in den Tagen zuvor auf einem Teil des Hangs gröbere Vorarbeiten erledigt, jetzt galt es das Geäst wegzukarren und auch den restlichen Hang zu roden. „Wenn man sich den Hang anschaut, kann man sich gar nicht vorstellen, wie er vorher ausgesehen hat", freute sich Kapellen. Die Aktion bringe aber auch Schwächen an den Tag: Dank des jetzt fast freien Blicks Richtung Schloss sei der schlechte Zustand des „Salzbüchsles" – ein Rondell am Rande des Rosengartens – zum Vorschein gekommen: „Das können wir nicht so lassen."

Bilder: Schwäbische Zeitung Laupheim www.schwaebische.de